Denkmäler für eine verlorene Sache

Die Entwicklung konföderierter Denkmäler am Beispiel North Carolinas, 1870-1910

Der Süden und seine Denkmäler 

Der untere Teil des konföderierten Denkmals in Raleigh, North Carolina, Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: gemeinfrei

Am 24. April 2017, nach Jahren der politischen und juristischen Auseinandersetzung, machten sich vermummte Arbeiter in einer nächtlichen Aktion daran, das erste von vier Denkmälern in der Innenstadt von New Orleans abzutragen. Beim ersten handelt es sich um ein Denkmal der „Schlacht“ von Liberty Place im Jahr 1874, das an den Aufstand der paramilitärischen rassistischen White League gegen die Polizei und Miliz der Stadt New Orleans erinnert. Die drei anderen Denkmäler, die auch bald von ihrem Standort entfernt werden sollen, zeigen Statuen der konföderierten Generäle Robert E. Lee und P.G.T. Beauregard bzw. wurden zu Ehren des Präsidenten der Konföderierten Staaten von Amerika, Jefferson Davis errichtet. Zurzeit erlebt die Stadt eine erbitterte Auseinandersetzung um diese Denkmäler. Es sind vor allem auswärtige Demonstranten, die aus dem ganzen Süden nach New Orleans kommen und gegen den Abbau protestieren.[1]

Sie stehen vor Rathäusern, auf Friedhöfen, auf öffentlichen Plätzen und in Parks. Denkmäler, die an die Konföderierten erinnern, gehören zum typischen Stadtbild in den US-amerikanischen Südstaaten. In fast jeder noch so kleinen Gemeinde finden sich diese Erinnerungsmale an den amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865). Vor dem Hintergrund der fortlaufenden erinnerungspolitischen Kontroversen und Auseinandersetzungen um diese Denkmäler im öffentlichen Raum der Südstaaten lohnt ein Blick auf die Entstehungsgeschichte dieser steinernen Zeugen einer Dekaden überspannenden, höchst einflussreichen und erst in der jüngeren Vergangenheit hinterfragten Geschichtsdarstellung und, nicht zuletzt, Geschichtspolitik.[2]

Kriegerdenkmäler sind Teil des europäischen Kulturraums und beinhalten immer ein – wie Reinhart Koselleck betont – Identifikationsangebot. Allen Kriegerdenkmälern gemeinsam sei, so Koselleck, die Grundaussage, dass die Gefallenen nicht umsonst gefallen wären. Sieger und Besiegte unterschieden sich daher nicht wesentlich, und auch eine Niederlage rufe zu einer Identifikation mit dem Vaterland auf, für das die Soldaten ihr Leben gegeben hätten.[3]

Was im Zusammenhang mit den Nationalstaaten in Europa plausibel erscheint, wirft im US-amerikanischen Kontext Fragen auf, fand das Gedenken an die Konföderation doch in eben jenem Staat statt, der die Unabhängigkeit des Südens vereitelt hatte. Die Denkmäler können Aufschluss darüber geben, was die Denkmalsstifter für erinnerungswürdig hielten (und was nicht) und wie sich die Monumente in das kollektive Gedächtnis in den Südstaaten einpassten.[4] Aufgrund der Niederlage des Südens ist es umso interessanter, was Denkmäler in den Südstaaten vor dem Hintergrund der Selektivität des kollektiven Gedächtnisses einer Gesellschaft aussagen sollten und wie sich diese Aussage womöglich über die Jahrzehnte hinweg veränderte. Anhand von drei Denkmälern im Bundesstaat North Carolina soll diese Entwicklung exemplifiziert werden.[5]

 

Die erste Phase: Raleigh, 1870

Das Denkmal auf dem Oakwood Cemetery in Raleigh; im Hintergrund ist die erste Nationalflagge der Confederate States of America zu sehen, Fotograf: Tom Vincent, Quelle: North Carolina Office of Archives and History © mit freundlicher Genehmigung

Im Jahr 1870 wurde das Denkmal auf dem Oakwood Cemetery in Raleigh, North Carolina errichtet. Es steht im Zentrum eines ab 1866 neu angelegten Friedhofs, auf dem konföderierte Gefallene aus allen Staaten der ehemaligen Konföderation beigesetzt worden sind.[6] Das Denkmal besteht aus einem Obelisken, der auf drei Lagen von Granit ruht, die sich bis zum Fundament etwas verbreitern. Die Lage direkt unter dem Obelisken ist etwas höher und trägt die beiden Inschriften. Die Platten mit den Inschriften sind von geschwungenen Steinen eingefasst, die wie die Kapitelle ionischer Säulen geschwungen sind. Umgeben ist das Denkmal von Gräbern konföderierter Gefallener.[7] Es trägt zwei übereinander liegende Platten. Die Inschrift lautet:

Sleep warrior, sleep, the struggle, the battle cry is hushed. Our standards have been lowered. Our blooming hopes have been crushed. Sleep for thy name is cherished. By the bravest and the best, and soldiers hearts, and woman’s lover, are with thee in thy rest. – Geo. M. Whiting

In Memory of our Confederate Dead

Erected 1870 A.D.[8]

Das Denkmal weist viele Formen auf, die auch in Europa gebräuchlich waren, wie etwa der Obelisk, der in Europa seit dem 16. Jahrhundert ein Symbol für Tugend und Standhaftigkeit war. Ab dem 19. Jahrhundert findet er sich dann zusammen mit anderen klassizistischen Stilelementen wie etwa antiken Säulen auf vielen Erinnerungsmalen beidseits des Atlantiks.[9] Das Denkmal entspricht in seiner Form einer großen Zahl von Denkmälern in den USA; es war der meistgebrauchte Typus bis ca. 1890.[10] Auch die Inschrift ähnelt in ihrem Ton anderen aus der Zeit zwischen 1865 bis 1870. Am häufigsten findet sich der Satz „In Memory of Our Confederate Dead“ auf den Denkmälern.[11] Zudem fällt auf, dass häufig Gedichte als Inschriften verwendet wurden.[12] Bei dem Denkmal auf dem Oakwood Cemetery wurde das Gedicht für die Inschrift von Captain George Whiting verfasst, einem konföderierten Veteranen, der wenige Monate vor Fertigstellung des Denkmals gestorben und auf dem umliegenden Friedhof begraben worden ist.[13] Allgemein waren die Inschriften auf konföderierten Denkmälern ausführlicher und besaßen oftmals einen emotionaleren Ton als im Norden; ihr Repertoire war größer. Dies war vor allem der Tatsache geschuldet, dass der Norden an den Sieg erinnern konnte, wohingegen der Süden einen Ausweg aus dem Dilemma finden musste, seine Soldaten zu betrauern, ihrer zu gedenken und ihre Tapferkeit zu preisen, obwohl sie schlussendlich gescheitert waren und ihnen aufgrund der Niederlage kein staatliches Gedenken zuteil wurde.[14]

Neben der Betonung der Standhaftigkeit der gefallenen Soldaten scheint aufgrund der Lage des Denkmals auf einem Soldatenfriedhof Trauer ein weiteres wichtiges Motiv gewesen zu sein.[15] Ein Merkmal, das Ausdruck dieser Trauer ist, sind die ionisch geformten Säulenelemente. Dieser Typus ist eher zierlich und symbolisiert nach damaliger Auffassung weibliche Merkmale. Diese „weiblichen“ Formenelemente, in Verbindung mit dem Ort, weisen so auf die damals verbreitete viktorianische Vorstellung von Trauer als Teil der weiblichen „Sphäre“ hin.[16]

Trauer nimmt auch eine zentrale Stellung in der Inschrift ein. Der gefallene Soldat wird direkt angesprochen. Nicht einzelne Namen, sondern der einfache Soldat an sich steht im Mittelpunkt des Gedenkens. Dies spiegelt einen Wandel im Gedenken wider, denn der einfache Soldat wurde erst während der Neuzeit und in den USA nach dem Bürgerkrieg denkmalfähig. Diese Entwicklung ist im gesamten europäischen Kultur- und Traditionsraum zu beobachten, und die USA bzw. die Südstaaten stellen hier keine Ausnahme dar.[17] Ihr wurde vor allem durch die moderne Kriegsführung Vorschub geleistet, die sowohl die Zahl der Toten rasant ansteigen ließ als auch die Identifikation der Opfer oftmals unmöglich machte. Der Krieg hatte den Süden hart getroffen; schätzungsweise ein Viertel aller weißen Männer waren ums Leben gekommen.[18] Die Inschrift verkündet offen die Niederlage des Südens und das Ende der Hoffnungen auf einen eigenen Staat. Die Beschwörung der Einheit („our hopes“) ist ein weiteres, weit verbreitetes Signal auf Inschriften. Die Gefallenen und die Lebenden bilden eine Handlungseinheit, die durch den Tod der Soldaten legitimiert wird.[19] Die Aufforderung zu Trauer und Identifikation mit den Toten können zusammenfassend als die beiden Leitmotive des Denkmals auf dem Oakwood Cemetery identifiziert werden. Dem Tod so vieler Menschen musste ein Sinn gegeben und das Verhältnis der Toten zu den Lebenden definiert werden, wie es Thomas J. Brown formuliert.[20]

Ein kurzer Blick auf den Entstehungskontext bestätigt diese Annahme. Der Süden war im Jahr 1865 zu großen Teilen zerstört, und die soziale Ordnung hatte durch die Befreiung der Sklaven eine Zäsur erfahren. Die weiße Bevölkerung erlebte nicht nur die Schmach der Niederlage, sondern auch Hoffnungslosigkeit und Zukunftsangst durch die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen.[21] Die Niederlage wog umso schwerer angesichts des materiellen und vor allem auch emotionalen Engagements vieler weißer Südstaatler in die Kriegsanstrengungen.[22]

Die fortlaufende Identifikation mit den eigenen Soldaten und die zuerst nachlässige Rekonstruktionspolitik gegenüber den Südstaaten durch Präsident Andrew Johnson führte zudem schon kurz nach dem Krieg zur Formung eines Mythos, der im Laufe des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zum dominanten Narrativ des Bürgerkriegs werden sollte und mit der „Dolchstoßlegende“ in Deutschland nach 1918 vergleichbar ist. Die Rede ist hier vom sogenannten Lost Cause of the Confederacy. Vertreter dieses Narrativs versuchten die Sezession als rechtmäßig darzustellen; die Schuld für den Krieg wurde dem Norden angelastet. Die Verteidigung der einzelstaatlichen Rechte und nicht die Sklaverei wurden als ursächlich für den Krieg dargestellt. Zentral war auch hier eine Fokussierung auf die Tapferkeit der konföderierten Soldaten.[23]

Nachdem die Bundesregierung dann die Exhumierung und Bestattung aller Unionssoldaten beschlossen, Konföderierte aber bewusst ignoriert hatte, gründeten sich überall im Süden, so auch in Raleigh, sogenannte Ladies Memorial Associations (LMAs), die sich zum Ziel setzten, die konföderierten Gefallenen angemessen zu bestatten. Schon während des Kriegs hatten viele als Krankenschwestern oder in sogenannten Ladies‘ Aid Societies die Kriegsanstrengungen unterstützt. Diese Frauen versuchten nach Ende des Krieges, ihren konföderierten Patriotismus in den LMAs zu verwirklichen. Sie sahen sich dabei symbolisch in der Rolle trauernder Mütter.[24] Doch die Trauer war indirekter Natur. Die überwältigende Mehrheit der Frauen in solchen LMAs hatte gar keine Angehörigen im Krieg verloren. Fast alle Mitglieder gehörten zur gesellschaftlichen Elite, und ihre Ehemänner waren zum Großteil schon zu alt für den Kriegsdienst oder in hohen Positionen gewesen. Die Trauerarbeit der Frauen kann daher eher als Trauer um die verlorene Sache der Konföderation gedeutet werden, der durch die angemessene Bestattung Ausdruck verliehen werden sollte.[25] Unter den Bedingungen der Reconstruction boten Friedhöfe zudem den geeigneten Ort, um heimlich der Konföderation zu gedenken. Sie waren eine physische Erinnerung an die Konföderierten und somit auch Versammlungsorte. Daher errichtete die LMA von Raleigh das Denkmal auf einem Friedhof und erhielt für den Bau sogar finanzielle Hilfe durch den Staat North Carolina.[26]

 

Die zweite Phase: Raleigh, 1895

Das Denkmal auf dem Capitol Square in Raleigh, Fotograf: Kenneth C. Zirkel , Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Am 20. Mai 1895 wurde das zweite konföderierte Denkmal in Raleigh eingeweiht. Es befindet sich auf dem Capitol Square direkt vor dem State Capitol von North Carolina und besteht aus Granit, der ausschließlich aus North Carolina stammt. Das Denkmal ist ca. 22 Meter (72 Fuß) hoch, davon macht der Sockel ca. 8,5 Meter (28 Fuß) aus. Auf dem Sockel steht eine nach korinthischer Ordnung geformte Säule, auf deren Spitze die überlebensgroße Bronzestatue eines konföderierten Infanteristen steht. Der Sockel ist in drei Teile geteilt. Die etwa 2 Meter (6 Fuß) breite Ebene direkt unter der Säule ist von zwei lebensgroßen Bronzestatuen eingefasst, die einen Artilleristen und einen Kavalleristen zeigen und so mit dem Infanteristen an der Spitze die drei Waffengattungen (ohne Marine) der konföderierten Armee repräsentieren. Diese Ebene wird an allen Ecken von korinthischen Säulenapplikationen umfasst, und auf den Seiten, die nicht von den beiden Statuen eingefasst sind, befinden sich zwei runde Gussplatten, die zum einen das Siegel von North Carolina und zum anderen das Siegel der Konföderierten Staaten (CSA) zeigen. Auf der darunter liegenden Ebene steht die Inschrift.[27] Sie lautet:

Westseite: To Our Confederate Dead,
Ostseite: First at Bethel | Last at Appomattox | 1861-1865[28]

Der Vergleich mit dem 25 Jahre zuvor errichteten Denkmal auf dem Oakwood Cemetery zeigt, dass auch beim Denkmal auf dem Capitol Square ein klassizistisches Formenarsenal vorherrschend ist. Die Säule als Siegesmotiv kommt aufgrund ihrer beachtlichen Höhe viel stärker zum Ausdruck.[29] Besonders hervorzuheben ist der konföderierte Infanterist auf der Spitze der Säule. Die Denkmalwürdigkeit des einfachen Soldaten wird hier nochmals vertieft, der für Tugend, Tapferkeit und Treue steht. Ebenfalls auffallend sind die unterschiedlichen Uniformteile des Soldaten. Die konföderierte Regierung war aufgrund von Versorgungsengpässen im Gegensatz zur Unionsarmee nicht in der Lage, eine einheitliche Uniformierung ihrer Soldaten zu gewährleisten. Viele Soldaten zogen daher in ihrer Zivilkleidung oder in erbeuteten bzw. zusammengesuchten Uniformstücken in den Kampf. Diese Heterogenität war ein prominentes Merkmal der konföderierten Soldaten.[30]

Das Identifikationsangebot des Denkmals wird durch den Soldaten und sein Aussehen verstärkt. Es suggeriert Individualismus und nicht Hierarchie. Erweckt wird der Eindruck eines Bürgersoldaten, der auszog, um seine Heimat und Familie zu beschützen. Dies wird auch durch die Haltung des Soldaten, auf der abgesetzten Waffe lehnend, unterstrichen. Solch eine Darstellung findet sich auch auf vielen Denkmälern im Norden.[31] Die Kombination von Inschrift und Soldatenstatuen mit den beiden Gussplatten, die die Staatssiegel der CSA und North Carolinas zeigen, unterstreicht die propagierte Kontinuitätslinie: Die Soldaten sind nicht umsonst gestorben, und die Überlebenden und Nachfahren stehen in einer fortlaufenden Tradition zu den Gefallenen.[32]

Der Ausstellungsort ist im Falle des zweiten Denkmals weitaus präsenter als noch beim Denkmal auf dem Oakwood Cemetery. Dies lässt Rückschlüsse auf den Einfluss der Denkmalsstifter*innen zu sowie ihren erfolgreichen Versuch, ihr Narrativ des Kriegs in den öffentlichen Raum einzubringen. Durch seine Lage vor dem State Capitol befindet sich das Denkmal nicht nur im Zentrum von Raleigh, sondern gewissermaßen auch im Zentrum des Staates.[33] In den 1890er-Jahren verschob sich das Gedenken im Süden von Grabsteinen und Friedhofsdenkmälern hin zu Monumenten auf öffentlichen Plätzen. Dabei machte der ruhende Soldat mit abgesetzter Waffe die große Mehrheit der Denkmäler aus, wurde jedoch häufig lokalspezifisch gestaltet. Oft, so auch im Fall von Raleigh, wurden lokale Veteranen oder Kriegshelden als Modelle für die Statuen benutzt.[34] Eine weitere Parallele ist die Darstellung der verschiedenen Waffengattungen auf Denkmälern. Dabei dominierte aber immer, wie auch in Raleigh, der einfache Gefreite. Teils wurden auch allegorische Figuren hinzugefügt, wie Engel oder weibliche Göttinnen. Der weibliche Körper konnte dabei für Patriotismus und staatliche Ordnung stehen.[35] Das Denkmal in Raleigh teilt folglich viele Charakteristika mit anderen Denkmälern aus dem gleichen Entstehungszeitraum. Trotzdem finden sich Unterschiede, und die Errichtung war ein dezentralisierter Prozess.[36]

Im Jahr 1877 war durch den Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern nach der knappen und höchst umstrittenen Präsidentschaftswahl von 1876 die Reconstruction beendet worden. Es folgte die vollständige Rückkehr zur home rule. Nach und nach bemächtigten sich die sogenannten Redeemer des Südens, eine politische Koalition bestehend aus Demokraten, Ex-Konföderierten, Plantagenbesitzern und aufsteigenden Industriellen. Ihr Ziel war die Durchsetzung der Vorherrschaft der weißen Elite und die Eliminierung jeglicher politischer Mitbestimmung durch Afro-Amerikaner. Die schwarze Bevölkerung zahlte durch die fast vollständige Entrechtung den höchsten Preis, doch die politische Marginalisierung und massive Verarmung betraf ebenso große Teile der kleinbäuerlichen weißen Bevölkerung.[37] Die Redeemer propagierten den sog. New South: einen Süden, der durch das reiche Angebot an Rohstoffen und billigen Arbeitskräften dazu prädestiniert sei, wieder aufzusteigen. Diese Vision ging dabei eine Fusion mit dem Lost Cause ein. Der „alte“ Vorkriegssüden wurde zu einem goldenen Zeitalter stilisiert und seine soziale Ordnung zur Inspiration für die Zukunft.[38]

Zudem entwickelte sich die Vorstellung des Lost Cause im Laufe der 1880er- und 90er-Jahre allmählich zu einem nationalen historischen Narrativ, das auf einer weit verbreiteten Sympathie mit dem Süden basierte, der mit seiner sozialen Ordnung und Unterdrückung der Afro-Amerikaner zunehmend die sozial-darwinistischen Vorstellungen und den virulenten Rassismus der weißen Bevölkerung auch im Norden widerspiegelte.[39] Diese Faktoren begünstigten das Gedenken an die Konföderation.

Der Machtanspruch der Demokraten war jedoch bedroht. Kleine und mittlere weiße Farmer, die unter der Klientelpolitik der Demokraten zu leiden hatten, schlossen sich in den 1880er- und 90er-Jahren der Farmer’s Alliance und der sog. populistischen Bewegung an. In North Carolina war diese Opposition gegen die weiße Elite und die demokratische Partei besonders stark. In einer Allianz mit den Republikanern errangen die Populisten durch die Unterstützung weißer und schwarzer Wähler 1894 und 1896 die Mehrheiten im Kongress und im Senat von North Carolina. Um ihre politische Macht wiederzugewinnen und die Solidarität der weißen Bevölkerung zu sichern, starteten die Demokraten eine massive Gegenkampagne. Auch das Denkmal auf dem Capitol Square war mit seinem Identifikationsangebot für die weiße Bevölkerung Teil davon.[40]

Die Idee, in Raleigh ein weiteres Denkmal zu errichten, äußerte erstmals der demokratische Politiker und entschiedene Verfechter der „White Supremacy“ Alfred Moore Waddell in einer Rede am Memorial Day 1885 vor der LMA von Raleigh.[41] Ihm zur Seite stand Samuel Court Ashe, der Herausgeber des „Raleigh News and Observer“. Der „News and Observer war eines der wichtigsten Sprachrohre im Kampf der weißen Elite um die Vorherrschaft der Demokraten in North Carolina. In vielen Artikeln wurde die breite gesellschaftliche Unterstützung zum Beispiel in Form von Spendenbällen für das Denkmal betont.[42] Dennoch waren die Erbauer, wie schon beim Denkmal auf dem Oakwood Cemetery, auf die finanzielle Hilfe des Staats angewiesen. Populisten und Republikaner hatten anfangs massiv gegen diese Unterstützung opponiert.[43]

Der Versuch, auch mithilfe der Umgestaltung des öffentlichen Raumes die Einheit der weißen Bevölkerung zu erreichen, wird bei der Einweihungszeremonie des Denkmals deutlich: Sie war ebenso zentral zur Vermittlung von Identität und Gruppenbewusstsein wie das Denkmal selbst.[44] Als Datum wurde der 20. Mai (1895) gewählt, der Tag der Unabhängigkeitserklärung von Mecklenburg County am 20.5.1775 als auch der Loslösung North Carolinas von der Union am 20.5.1861.[45] 30.000 Menschen wohnten der Einweihung bei, und die siebenjährige Enkelin des berühmten konföderierten Generals Thomas „Stonewall“ Jackson enthüllte das Denkmal. Kinder spielten eine zentrale Rolle bei diesen Zeremonien, da sie ebenfalls die Kontinuität und Weitergabe der konföderierten Tradition an künftige Generationen symbolisierten. Die Einweihungsreden hielten die demokratischen Politiker Thomas W. Mason und der bereits erwähnte Alfred Moore Waddell.[46] Die Reden unterstrichen wie auch das Denkmal die enge Verbindung zwischen konföderierter Vergangenheit und Gegenwart. Dabei spielte weniger die Identifikation mit der Konföderation eine Rolle als vielmehr die Herausforderung durch die aktuelle Politik, die die bestehende soziale Ordnung und damit auch die Vision der Elite vom „New South“ gefährdete. Die Redeemer betrieben daher eine aggressive Geschichtspolitik: Wer die bestehende Ordnung kritisierte, war nicht nur ein Gegner des Fortschritts, sondern auch der Tradition und der eigenen Geschichte – und somit ein Verräter.[47]

In Kombination mit der gewalttätigen Einschüchterung afro-amerikanischer Wähler waren die Demokraten höchst erfolgreich mit dieser Strategie: Sie gewannen die Wahlen von 1898 und 1900. Kurze Zeit später verabschiedeten sie die sogenannten Jim Crow Gesetze, die die Rassentrennung (Segregation) auch in North Carolina durchsetzten. Somit konnte die Machtbasis der Demokraten auf Jahrzehnte gesichert werden.[48]

 

Die dritte Phase: Cornelius, 1910

Das konföderierte Denkmal vor der Mount Zion Methodist Church in Cornelius, Fotograf: Tom Vincent, Quelle: North Carolina Office of Archives and History © mit freundlicher Genehmigung

Am 4. August 1910 wurde das konföderierte Denkmal in der Gemeinde Cornelius, nördlich von Charlotte, NC eingeweiht. Es steht vor der Mount Zion Methodist Church auf einer Grünfläche. Auf dem nahe gelegenen Friedhof sind konföderierte Gefallene begraben. Das Denkmal besteht aus einer Säule mit einem Relief der konföderierten Kriegsflagge und einem konföderierten Infanteristen auf der Spitze. Unter der Säule befinden sich der obere Sockel mit der Inschrift und darunter ein weiterer Sockel mit dem Relief eines Geschützes und einem weiteren Relief, das gekreuzte Kavalleriesäbel zeigt.[49] Die Inschrift lautet:

Vorne: Though Men Deserve | They may Not Win Success | The Brave Will Honor The Brave | Vanquished None The Less
Seitlich: First At Bethel | Farthest At Gettysburg | Last At Appomattox
Darunter: Our Confederate Soldiers |1861 – 1865

Auch hier dominiert der einfache Soldat in einer nicht standardisierten Uniform. Das Geschütz und die Säbel sollen wieder die beiden anderen Waffengattungen Artillerie und Kavallerie symbolisieren. Die Soldatenfigur ist aus dem gleichen Granit wie der Rest des Denkmals. Teile der Inschrift sind vom Denkmal in Raleigh übernommen und durch die mittlere Zeile über Gettysburg ergänzt worden.[50] Die weitere Inschrift ist wiederum ein Gedicht, das nicht beschreibt, wofür die Soldaten gekämpft haben, sondern ihre Tapferkeit hervorhebt. Auffallend ist ebenfalls der Hinweis darauf, dass die Männer den Sieg verdient hätten. Folglich scheint sich die Botschaft dieses Denkmals nicht sonderlich von dem 15 Jahre zuvor errichteten in Raleigh zu unterscheiden: Der konföderierte Soldat wird als Verkörperung von Tapferkeit und Loyalität dargestellt und der Mythos des Lost Cause fortgeführt.[51]

Der Ort des Denkmals liegt im Zentrum der Gemeinde. Der Soldat symbolisiert somit das Opfer der Gemeinde für die Nation. So wurde eine Verbindung zwischen dem Regionalen und dem Nationalen hergestellt. Die Inschrift könnte auch deswegen so vage gehalten sein, weil die von den Stiftern unterstellte Motivation des Soldaten nicht auf eine bestimmte Idee gerichtet sein sollte, sondern auf die Verteidigung des (weißen) Kollektivs, in diesem Fall die Gemeinde Cornelius.[52]

Der Konföderation zu gedenken war mittlerweile zur Normalität geworden. Das Denkmal in Cornelius ist Teil einer großen Gruppe ähnlicher Denkmäler in vielen Gemeinden des Südens. 93 Prozent aller vor Rathäusern errichteten Denkmäler wurden nach 1895 und die Hälfte davon zwischen 1903 und 1912 errichtet. Nun waren kleine Gemeinden die Hauptausstellungsorte, und die Denkmäler standen in einem regionalen Bezug.[53] Eine Erklärung für diese Gleichförmigkeit der Denkmäler ist die Standardisierung. Da sich kleinere Gemeinden keine teuren Anfertigungen von Künstlern leisten konnten, griffen sie auf vorgefertigte Denkmäler von extra darauf spezialisierten Firmen zurück. Auch im Norden fand dieser Typus große Verbreitung.[54] Doch diese Gleichförmigkeit war womöglich auch beabsichtigt. Die traditionelle Idee eines Denkmals, nämlich seine Einzigartigkeit, wurde bewusst umgedreht. Nun gab es in vielen Städten fast identische Denkmäler, sie wurden zur Repräsentation des weißen Kollektivs in Nord und Süd. So wie die Gemeinde ihren Teil zur Nation beigetragen hatte, war sie nun Teil eines nationalen Trends in der Erinnerungskultur. Der Süden wählte möglicherweise auch das gleiche Motiv, weil er sich nun wieder als gleichberechtigten Teil der Union ansah; der Norden übernahm immer mehr die Legende des Lost Cause.[55]

Zudem spielte die Gründung der United Daughters of the Confederacy (UDC) im Jahr 1894 eine wichtige Rolle.[56] Sie sollte eine Dachorganisation für die vielen lokalen konföderierten Frauengruppen wie die Ladies Memorial Associations sein. Ihre Satzung basierte grob auf der des bereits 1889 gegründeten Veteranenverbands der United Confederate Veterans (UCV).[57] Die UDC sollte innerhalb kürzester Zeit zu einer der bedeutendsten und größten Frauenorganisationen der gesamten USA werden. Sie formulierte fünf Hauptziele, um der Konföderation zu gedenken: Erinnerungsarbeit, Geschichtsschreibung, Wohltätigkeitsarbeit, Erziehung und Sozialarbeit.[58]

Für die Historikerin Karen L. Cox trieb viele Frauen, neben dem gesellschaftlichen Prestige, Mitglied der UDC zu sein, vor allem das Bedürfnis an, ihre konföderierten Vorfahren nicht nur zu ehren, sondern ihr Erbe auch vom Makel des Verrats an der Union reinzuwaschen. Daher wurde besonders die vermeintliche Verteidigung der Verfassung durch die konföderierte Generation betont. Die erzieherische Komponente war in gewisser Weise nur eine Erweiterung der traditionellen Rolle der Frau als moralische Erzieherin der Kinder der Nation. Wie schon beim ersten Denkmal auf dem Oakwood Cemetery deutlich geworden, spielten also auch hier traditionelle Geschlechterrollen, die gleichzeitig neue Betätigungsfelder erschlossen, eine wichtige Rolle.[59]

Um die „richtige“ Geschichte an künftige Generationen zu vermitteln, unternahm die UDC enorme Anstrengungen.[60] Das konföderierte Erbe sollte als Teil des „angel-sächsischen“ Erbes erhalten und anerkannt werden. Die Versöhnung mit dem Norden war willkommen, aber nur auf Grundlage der Rehabilitierung der konföderierten Generation.[61] Neben Schulbüchern waren auch Denkmäler Teil dieser Kampagne. Die UDC bemängelte das zunehmende Desinteresse am Bürgerkrieg. In ihren Augen ignorierten die jungen Männer des New South ihre moralische Verpflichtung gegenüber den konföderierten Vorfahren.[62]

Die Organisation des Baus von Denkmälern erfolgte dabei wieder auf regionaler Ebene, so auch in Cornelius. Wie dem Protokoll des 13. jährlichen Treffens der UDC von North Carolina zu entnehmen ist, wurde es zusammen mit vielen anderen im Staat errichtet.[63] Die Einbettung des konföderierten Erbes in eine patriotische Geschichte der USA wird auch an der Einweihungszeremonie in Cornelius deutlich. Der Zeremonie wohnten ca. 6000 Menschen bei und wie schon 1895 in Raleigh enthüllte ein junges Mädchen die Statue. Wieder wurde also die Weitergabe der konföderierten Tradition an die nächste Generation zelebriert. Solche Zeremonien folgten dabei oftmals dem gleichen Muster. Oft sangen Kinderchöre zuerst das bekannte Lied „Dixie“, gefolgt von „America“, und konföderierte Flaggen schmückten zusammen mit der amerikanischen die Tribüne. Auch die Einweihungsrede des Richters und konföderierten Veteranen Armistead Burwell unterstreicht die Weitergabe des konföderierten Erbes von Generation zu Generation.[64]

Die UDC war höchst erfolgreich darin, den öffentlichen Raum mit konföderierten Monumenten zu prägen und zusammen mit anderen Kampagnen wie beispielsweise pro-konföderierten Schulbüchern die konföderierte Vergangenheit zu glorifizieren und das Bild des Lost Cause in der weißen Bevölkerung zu verankern. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Denkmalsbau in den Südstaaten rapide ab, nicht etwa aus Geldmangel, sondern schlichtweg aufgrund des großen Erfolgs der UDC in den vorangegangenen 20 Jahren. Fast jede Gemeinde im Süden war inzwischen mit einem Denkmal ausgestattet worden.[65]

Wie wirkmächtig schlussendlich die von den Denkmälern vermittelten Botschaften waren, kann nicht empirisch ermittelt werden. Doch die Kampagnen zur Rehabilitierung der Konföderation, besonders durch die United Daughters of the Confederacy, in Schulbüchern, auf Denkmälern und im gesellschaftlichen Leben, tragen bis heute ihre Früchte, denn der Lost Cause ist immer noch ein weit verbreitetes Narrativ im Süden. Die Denkmäler, die ihn symbolisieren, sind Gegenstand fortlaufender Debatten in vielen Städten der ehemaligen Konföderation. Auch in Raleigh kam es 2000 und 2015 zu Diskussionen um das Denkmal vor dem State Capitol. Die Denkmäler auf dem Oakwood Cemetery und in Cornelius wurden bereits Ziel von Graffitis. In Cornelius versahen es Unbekannte mit den Sätzen: „Dear White People: This Monument is Offensive“ und „Stop Honoring White Supremacy“. [66]

Zusammen mit den Diskussionen um das Zeigen der konföderierten Kriegsflagge, wie jüngst 2015 in Charleston, verdeutlichen sie die tiefe Spaltung der amerikanischen Bevölkerung in der Frage um die Erinnerung an den Bürgerkrieg und die Konföderierten Staaten von Amerika.[67] Dabei stellt der Krieg jedoch, so Michael Hochgeschwender, oft nur die Bühne dar, um weltanschauliche Konflikte um heutige soziale und kulturelle Fragmentierungen zu führen. Der aktuelle Konflikt um die vier Denkmäler in New Orleans scheint diese Ansicht zu bestätigen.[68]

 

 

 

[1] Siehe exemplarisch zur Debatte: Matthew Teague, „If I had my gun on me, I’d shoot him“: The civil war over statues in New Orleans, in: The Guardian, 01.05.2017.

[2] John J. Winberry, „Lest We Forget”: The Confederate Monument and the Southern Townscape, in: Southeastern Geographer 23 (1983), Nr. 2, S. 107-121; W. Fitzhugh Brundage, Introduction. No Deed but Memory, in: ders. (Hrsg.), Where these Memories Grow. History, Memory, and Southern Identity, Chapel Hill/London 2000, S. 1-27, hier S. 2.

[3] Reinhart Koselleck, Kriegerdenkmale als Identitätsstiftungen der Überlebenden, in: Odo Marquard/Karlheinz Stierle (Hrsg.), Identität, München 1979, S. 255-276, hier S. 262f.; Wolfgang Hardtwig, Denkmal, in: Klaus Bergmann u.a. (Hrsg.), Handbuch der Geschichtsdidaktik, Seelze-Velber, 5. Aufl. 1997, S. 747-752, hier S. 747.

[4] W. Fitzhugh Brundage, The Southern Past. A Clash of Race and Memory, Cambridge, MA 2005, S. 3; James M. Mayo, War Memorials as Political Landscape. The American Experience and Beyond, New York 1988, S. 13.

[5] Stuart McConnell, Epilogue. The Geography of Memory, in: Alice Fahs/Joan Waugh (Hrsg.), The Memory of the Civil War in American Culture, Chapel Hill 2004, S. 258-266, hier S. 259; Jörn Rüsen, Geschichtskultur, in: Bergmann u.a. (Hrsg.), Handbuch der Geschichtsdidaktik, S. 38-41, hier S. 38f., online unter: http://www.joern-ruesen.de/2.07_Handbuch_der_Geschichtsdikatik_-_Artikel_Jorn_Rusen.pdf (20.04.2017); Biljana Menkovic, Politische Gedenkkultur. Denkmäler – Die Visualisierung politischer Macht im öffentlichen Raum, Wien 1999, S. 3.

[6] Catherine W. Bishir, „A Strong Force of Ladies”. Women, Politics, and Confederate Memorial Associations in Nineteenth-Century Raleigh, in: Cynthia Mills/Pamela H. Simpson (Hrsg.), Monuments to the Lost Cause. Women, Art, and the Landscapes of Southern Memory, Knoxville 2003, S. 3-26, hier S. 10.

[7] Confederate Monument, Oakwood Cemetery, Raleigh: Documenting the American South, Commemorative Landscapes of North Carolina, http://docsouth.unc.edu/commland/monument/163/ (06.04.2017).

[8] Inschrift in: Charlotte Brian Grimes Williams, History of the Wake County Ladies Memorial Association. Confederate Memorials in Capitol Square, Memorial Pavilion, The House of Memory and the Confederate Cemetery, Raleigh, N.C. 1938, S. 16.

[9] Menkovic, Politische Gedenkkultur, S. 33f.

[10] Winberry, The Confederate Monument, S. 108, S. 111.

[11] B.A.C. Emerson, Historic Southern Monuments. Representative Memorials of the Heroic Dead of the Southern Confederacy, New York/Washington 1911: Alternativ finden sich auch „In Memory of the Confederate Dead” oder schlicht „The Confederate Dead“ auf Denkmälern.

[12] Brown, The Public Art of Civil War Commemoration, S. 36f.

[13] Williams, History of the Wake County LMA, S. 16f.; Bishir, A Strong Force of Ladies, S. 10.

[14] Brown, The Public Art of Civil War Commemoration, S. 38.

[15] Menkovic, Politische Gedenkkultur, S. 34; Koselleck, Einleitung, S. 9.

[16] Caroline E. Janney, Burying the Dead but Not the Past. Ladies’ Memorial Associations and the Lost Cause, Chapel Hill 2008, S. 80; Menkovic, Politische Gedenkkultur, S. 34.

[17] Brown, The Public Art of Civil War Commemoration, S. 15; Koselleck, Kriegerdenkmale, S. 256 und 259.

[18] Alan T. Nolan, The Anatomy of the Myth, in: Gary W. Gallagher/ders. (Hrsg.), The Myth of the Lost Cause and Civil War History, Bloomington 2000, S. 13; vgl. auch David J. Hacker, A Census-Based Count of the Civil War Dead, in: Civil War History 57 (2011), Nr. 4, S. 307-348: Hacker hinterfragt die normalerweise angenommene Zahl von 620.000 Toten und kommt auf einer zensusbasierten Schätzung auf 650.000 bis 850.000 Tote auf beiden Seiten.

[19] Koselleck, Einleitung, S. 11.

[20] Brown, The Public Art of Civil War Commemoration, S. 15; Mayo, War Memorials as Political Landscapes, S. 1; Koselleck, Kriegerdenkmale, S. 262.

[21]Bertram Wyatt-Brown, The Shaping of Southern Culture. Honor, Grace, and War, 1760s – 1880s, Chapel Hill/London 2001, S. 230ff.; Nolan, The Anatomy of the Myth, S. 13; Brundage, The Southern Past, S. 8f.; James M. McPherson, Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges, Köln 2011, S. 847.

[22] Cobb, Away Down South, S. 57-60; Gary W. Gallagher, Introduction, in: ders./Nolan (Hrsg.), The Myth of the Lost Cause and Civil War History, S. 1; Zur Formierung des konföderierten Nationalismus siehe auch: Robert E. Bonner, Flag Culture and the Consolidation of Confederate Nationalism, in: The Journal of Southern History 68 (2002), Nr. 2, S. 293-332.

[23] Nolan, The Anatomy of the Myth, S. 17ff. Der Begriff geht auf Edward A. Pollards Buch, „The Lost Cause: The Standard Southern History of the War of the Confederates” von 1866 zurück. Vgl. Janney, Burying the Dead but not the Past, S. 47; Gallagher, Introduction, S. 1f.

[24] Brundage, The Southern Past, S. 22: Ladies Aid Societies sammelten Geld für Versorgungsgüter, pflegten Verwundete oder kümmerten sich um die Bestattung Gefallener. Vgl. Janney, Burying the Dead but not the Past, S. 48ff., S. 55.

[25] Ebd., S. 56ff.

[26] Bishir, A Strong Force of Ladies, S. 4-9. Bis März 1867 waren mehr als 500 Tote umgebettet worden, die Hälfte davon Gefallene aus North Carolina und 170 nicht identifizierbare Tote; Williams, History of the Wake County LMA, S. 7; Janney, Burying the Dead but not the Past, S. 6, S. 90.

[27] Emerson, Historic Southern Monuments, S. 249.

[28] Confederate Monument, State Capitol, Raleigh: Documenting the American South, Commemorative Landscapes of North Carolina, http://docsouth.unc.edu/commland/monument/106/ (06.04.2017).

[29] Menkovic, Politische Gedenkkultur, S. 34; Koselleck, Kriegerdenkmale, S. 261.

[30] Menkovic, Politische Gedenkkultur, S. 35; Bell Irvin Wiley, The Life of Johnny Reb. The Common Soldier of the Confederacy, Baton Rouge 2008, S. 108-113: Zudem horteten Einzelstaaten oftmals Uniformteile für die Truppen aus dem eigenen Staat.

[31] Koselleck, Kriegerdenkmale, S. 262; Menkovic, Politische Gedenkkultur, S. 23; Cobb, Away Down South, S. 82; Kirk Savage, Standing Soldiers, Kneeling Slaves. Race, War, and Monument in Nineteenth-Century America, Princeton, NJ 1997, S. 164-177.

[32] Koselleck, Kriegerdenkmale, S. 262.

[33] Menkovic, Politische Gedenkkultur, S. 42f.

[34] Catherine W. Bishir, Landmarks of Power. Building a Southern Past in Raleigh and Wilmington, North Carolina, 1885-1915, in: Brundage (Hrsg.), Where these Memories Grow, S. 139-168, hier S. 143; Winberry, The Confederate Monument, S. 108, 111; Confederate Monument, State Capitol, Raleigh: Documenting the American South, Commemorative Landscapes of North Carolina, http://docsouth.unc.edu/commland/monument/106/ (06.04.2017).

[35] Brown, Public Art of Civil War Commemoration, S. 16, 26-33; Menkovic: Politische Gedenkkultur, S. 35.

[36] Brown, Public Art of Civil War Commemoration, S. 22; Brundage, The Southern Past, S. 17.

[37] Foner, Reconstruction, S. 581f, 587-597.

[38] Cobb, Away Down South, S. 65-75.

[39] Ebd., S.78 ff.; Paul A. Kramer, Empires, Exceptions, and Anglo-Saxons. Race and Rule between the British and United States Empires, 1880-1910, in: The Journal of American History 88 (2002), Nr. 4, S.1315-1353, hier S. 1320ff.; Nolan, The Anatomy of the Myth, S. 28f.

[40] Cobb, Away Down South, S. 84, 95f.; Bishir, Landmarks of Power, S. 145; William A. Blair, Cities of the Dead. Contesting the Memory of the Civil War in the South, 1865-1914, Chapel Hill 2004, S. 108.

[41] Waddell rief offen zur Gewalt gegen Afro-Amerikaner auf und war 1898 als selbsternannter Bürgermeister von Wilmington Anführer des weißen Mobs während der Wilmington Race Riots, die 300 Menschen, zum Großteil Afro-Amerikanern, das Leben kosteten, Cobb, Away Down South, S. 85; Wyatt-Brown, The Shaping of Southern Culture, S. 288-292.

[42] Bishir, Landmarks of Power, S. 142f.; Raleigh News and Observer, 1.7.1892: A Monument to the Confederate Dead; Raleigh News and Observer, 27.10.1893: The Confederate Monument; Raleigh News and Observer, 30.8.1892: The Confederate Monument Fund.

[43] Raleigh News and Observer, 24.2.1893: The General Assembly. The House Passes the Confederate Monument Bill; Confederate Monument, State Capitol, Raleigh: http://docsouth.unc.edu/commland/monument/106/ (20.04.2017).

[44] Brundage, Introduction, S. 8.

[45] Bishir, Landmarks of Power, S. 144: Angeblich war Mecklenburg County in North Carolina das erste Gebiet der 13 Kolonien, das sich von Großbritannien unabhängig erklärte.

[46] Cox, Dixie’s Daughters, S. 63ff.; Bishir, Landmarks of Power, S. 143f.

[47] Winberry, The Confederate Monument, S. 118; Bishir, Landmarks of Power, S. 148f.; Cobb, Away Down South, S. 82, 98; Blair, Cities of the Dead, S. 130f.; Koselleck, Kriegerdenkmale, S. 257, 265; Brundage, Introduction, S. 11f.; Hardtwig, Denkmal, S. 751.

[48] Bishir, Landmarks of Power, S. 146f.; Cobb, Away Down South, S. 85-89. Auch viele arme Weiße wurden so von den Wahlen ausgeschlossen; Nolan, The Anatomy of the Myth, S. 28f.

[49] Mt. Zion Confederate Soldiers Monument, Cornelius: Documenting the American South, Commemorative Landscapes of North Carolina, http://docsouth.unc.edu/commland/monument/358/ (06.04.2017).

[50] John Keegan, Der Amerikanische Bürgerkrieg, Berlin 2010, S. 273f., verweist darauf, dass eine Einheit aus North Carolina während der Schlacht von Gettysburg am weitesten, wenn auch schlussendlich erfolglos, in die Unionslinien eingedrungen war.

[51] Brown, Public Art Civil War Commemoration, S. 38; Nolan, The Anatomy of the Myth, S. 17f.

[52] Savage, Standing Soldiers, Kneeling Slaves, S. 178f.

[53] Winberry, The Confederate Monument, S. 108ff.

[54] Ebd., S. 112, 118f.; Savage, Standing Soldiers, Kneeling Slaves, S. 182.

[55] Ebd., S. 181ff.; Nolan, The Anatomy of the Myth, S. 28f.; Kramer, Empires, Exceptions, and Anglo-Saxons, S. 1320f.; Brown, The Public Art of Civil War Commemoration, S. 7ff.

[56] Ebd., Cox, Dixie’s Daughters, S. 26.

[57] Vgl. Brundage, The Southern Past, S. 21.

[58] Ebd., S. 17-20, 29; Brown, Public Art of Civil War Commemoration, S. 4.

[59] Cox, Dixie’s Daughters, S. 29-39; Brundage, The Southern Past, S. 16, 25.

[60] Ebd., S. 54.

[61] Ebd., S. 25-31, 36; Cox, Dixie’s Daughters, S. 144.

[62] Cox, Dixie’s Daughters, S. 45ff.

[63] Minutes of the Thirteenth Annual Convention of the United Daughters of the Confederacy. North Carolina Division, Held At Wilmington, N.C., October 13th, 14th, 15th , 1909, Newton, N.C. 1910, S.27; Brundage, The Southern Past, S. 53f.

[64] Cox, Dixie’s Daughters, S. 6.

[65] Ebd., S. 157-160.

[66] Confederate Monument, State Capitol, Raleigh: Documenting the American South, Commemorative Landscapes of North Carolina, http://docsouth.unc.edu/commland/monument/106/ (06.04.2017); Josh Shaffer, News & Observer, Drop the flag, but keep Confederate Monuments, 23.06.2015, online unter http://www.newsobserver.com/news/local/news-columns-blogs/josh-shaffer/article25358512.html (02.05.2017); Joe Marusak, Charlotte Observer, Confederate memorial in Cornelius vandalized, 21.07.2015, online unter http://www.charlotteobserver.com/news/local/crime/article28024660.html (27.04.2017); WNCN Staff, CBS North Carolina, Raleigh’s Oakwood Cemetery raises money to fix vandalized Confederate monuments, 08.02.2016, online unter http://wncn.com/2016/02/08/raleighs-oakwood-cemetery-raises-money-to-fix-vandalized-confederate-monuments/ (02.05.2017).

[67] Cox, Dixie’s Daughters, S. 161; Brundage, The Southern Past, S. 1; Gallagher, Introduction, S. 3; Jason Hanna/Ralph Ellis, CNN, Confederate flag’s half-century at South Carolina Capitol ends, http://edition.cnn.com/2015/07/10/us/south-carolina-confederate-battle-flag/ (20.04.2017).

[68] Michael Hochgeschwender, Der Amerikanische Bürgerkrieg in der öffentlichen Erinnerung – ein nationales Trauma?, in: APuZ 51-52 (2011); siehe auch die aktuelle Diskussion aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2016: Mason Adams, How the Rebel Flag Rose again – and Is Helping Trump, in: Politico Magazine, 16.06.2016.

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