Gesichter des Prager Frühlings. 1968 in der tschechoslowakischen Fotografie

Fotoausstellung im ZZF Potsdam bis 29. März 2019

Vladimir Lammer, Prag, Wenzelsplatz, 21. August 1968 © mit freundlicher Genehmigung

Im Jahr 1968 versuchten in der Tschechoslowakei die Reformer um Alexander Dubček, dem Sozialismus ein „menschliches Antlitz“ zu geben, und leiteten einen weitreichenden Prozess der Demokratisierung ein. Er wurde von der gesamten Gesellschaft vorangetrieben und löste überall im Ostblock Hoffnung auf Veränderung aus. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Vertrags am 21. August 1968 setzte dieser Entwicklung ein gewaltsames Ende.

Die Bilder des Prager Frühlings und seiner Niederschlagung sind aus der europäischen Erinnerung an 1968 nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Aufnahmen sind zu Ikonen der internationalen Fotografiegeschichte geworden. Die Fotoausstellung zeigt die vielen Gesichter des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Aufbruchs in der Tschechoslowakei im Jahr 1968, nimmt dessen Vorgeschichte und Akteure in den Blick. Sie vermittelt einen visuellen Eindruck von der damals in der tschechoslowakischen Bevölkerung herrschenden Atmosphäre der Zuversicht und Hoffnung.

Die Erinnerung an den Prager Frühling wurde besonders nachhaltig durch die Bilder vom Einmarsch der Truppen des Warschauer Vertrags am 21. August 1968 und von den Protesten der tschechoslowakischen Bevölkerung geprägt. Unter den Bedingungen der Okkupation gelangten die Aufnahmen tschechoslowakischer Fotografen oft auf abenteuerlichen Wegen ins Ausland und wurden damit zu eindrücklichen Zeugnissen für die gewaltsame Beendigung des tschechoslowakischen Experiments.

Die Ausstellung zeigt ausgewählte Arbeiten einer ganzen Reihe tschechischer und slowakischer Fotografen u.a. von Vladimir Lammer, Dagmar Hochová-Reihardtová, Libuše Kyndrová, Bohumil Dobrovolský, Miroslav Hucek, Václav Toužimský, Pavol Breier, Tibor Borský, die den gesellschaftlichen Wandel und kulturellen Aufbruch in der Tschechoslowakei in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre begleiteten und auch in der Zeit nach dem Einmarsch am 21. August 1968 fotografiert haben. Neben den Arbeiten der genannten Fotografen bietet die Ausstellung einen Überblick über den Verlauf des Prager Frühlings, seine Niederschlagung und seinen Stellenwert in der Geschichte europäischer Demokratiebewegungen.

 

Die von Jürgen Danyel und Jennifer Schevardo konzipierte Ausstellung des ZZF ist in Zusammenarbeit mit der Prager Fotografin Dana Kyndrová entstanden.

 

Die Ausstellung am Standort des ZZF Am Neuen Markt 9 d, 14467 Potsdam
ist vom 15. November 2018 bis 29. März 2019 für Besucher geöffnet:
Mo-Do von 10 – 17 Uhr und Fr von 10 – 15 Uhr

 

Eine Ausstellung Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und des
Vereins der Freunde und Förderer des ZZF Potsdam

Artikel kommentieren

Ihre Email wird nicht veröffentlicht.

AlphaOmega Captcha Classica  –  Enter Security Code