Agenten der Bilder

Fotografisches Handeln im 20. Jahrhundert

Innerhalb der Geschichtswissenschaft gewinnen Bilder als Quellen und Untersuchungsgegenstände stetig an Bedeutung. Dabei hat sich das Augenmerk bisher stärker auf die Bilder als auf die Infrastruktur der Bildproduktion bzw. die an ihr beteiligten Akteure gerichtet.

In dem Projekt „Agenten der Bilder. Fotografisches Handeln im 20. Jahrhundert“ soll der Fotojournalismus als zentrales Feld politischer Öffentlichkeit im 20. Jahrhundert jedoch vor allem daraufhin untersucht werden, wie Bilder produziert, vervielfältigt, vermarktet und publiziert wurden. Dabei stehen – neben den Fotografien – vor allem die Protagonisten der Bildproduktion im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies gilt zunächst für die große Gruppe der Fotojournalisten. Zu fragen ist: Welche Ausbildung durchliefen sie, woher bezogen sie ihre Aufträge, wie organisierten sie ihren oft mit weiten Reisen verbundenen Arbeitsalltag, wie arbeiteten sie mit Bildredakteuren zusammen, wie gingen sie mit Gefahrensituationen um, und wie reagierten sie auf technische Fortschritte bei der Herstellung und Übertragung von Fotos? Die Biografien der Bildredakteure werden ebenfalls einer systematischen Auswertung unterzogen: Wo wurden sie (wenn überhaupt) ausgebildet, nach welchen Kriterien wählten sie Bilder aus, wie kooperierten sie mit Fotografen, welche ethischen Richtlinien befolgten sie (oder auch nicht), wie verlief die Zusammenarbeit mit Textredaktionen?

Darüber hinaus sollen anhand von Fallbeispielen verschiedene Formen des „fotografischen Handelns“ analysiert werden; dazu gehören neben der Präsentation öffentlicher Gesichter vor allem Agitation und Propaganda, die Parteinahme für die Opfer von Krieg und Gewalt, die Anklage sozialer Missstände, die Beibringung fotografischer Evidenz, die Subversion und die Pflege von Public Relations.

Da sich der Bildjournalismus ab den 1920er-Jahren immer stärker weltweit vernetzte, wird in diesem Projekt eine internationale Perspektive auf die Zentren des Fotojournalismus (Europa, USA, Japan) gewählt.

 

Institution: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (Projekt „Visual History. Institutionen und Medien des Bildgedächtnisses“)

Thema: Agenten der Bilder. Fotografisches Handeln im 20. Jahrhundert

Laufzeit: 2012-2015

Artikel kommentieren

Ihre Email wird nicht veröffentlicht.

AlphaOmega Captcha Classica  –  Enter Security Code