Akteure und Institutionen visueller Medien im [deutsch-]tschechischen Kontext

Tagung: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 23.-25.11.2017 CfP Bewerbungsschluss: 19.4.2017

In den unterschiedlichsten Disziplinen gewinnen visuelle Medien als Quellen und Untersuchungsgegenstände zunehmend an Bedeutung, wobei der Schwerpunkt bisher vor allem auf den vermittelten Bildinhalten lag und weniger auf der Bildproduktion und Bildüberlieferung selbst. Aber gerade die Akteure und Institutionen sind es, die durch ihre Auswahl, (Vor-)Entscheidungen, Kooperationen, Organisationsstrukturen, technischen Möglichkeiten etc. das Bildgedächtnis moderner Gesellschaften geprägt haben und prägen.

Im deutsch-tschechischen Kontext erschienen in jüngster Zeit Studien zur Visualisierung historischer Ereignisse in den Böhmischen Ländern, z.B. zur Zwangsaussiedlung der Deutschen oder zu bestimmten tschechoslowakischen Themen wie der Niederschlagung des Prager Frühlings. Arbeiten jedoch, welche die Bildproduktion und -überlieferung in den Blick nehmen, stellen bislang ein Forschungsdesiderat dar. Ziel der diesjährigen Tagung, die von der 2013 im Rahmen der Historischen Kommission für die böhmischen Länder tätigen Arbeitsgruppe Visuelle Medien im deutsch-tschechischen Kontext organisiert wird, ist es, dieses Forschungsthema voranzutreiben.

Mögliche Fragestellungen betreffen die Akteure und Institutionen innerhalb der böhmischen Länder, die die Bildproduktion und Bildüberlieferung steuer(te)n und beeinfluss(t)en. Dazu gehören u.a. (Schul-)Buch-, Bildband- und Postkartenverlage, Bildagenturen, Redaktionen und Redakteure, Fotografen und Karikaturisten der bebilderten Presse, Kulturpolitiker und Zensoren. Doch auch grenzüberschreitende bzw. außerhalb der böhmischen Länder beheimatete Akteure und Institutionen sollen untersucht werden. Wer brachte Bilder der böhmischen Länder im deutschsprachigen Ausland in Umlauf? Wo wurden solche Bilder gesammelt? Spezialsammlungen, Museen, sogenannte Heimatstuben, Archive, die teilweise auch als Bilderdienste tätig waren, sogenannte Heimatzeitungen und Heimatforscher können in ihrer Rolle als Mittler visueller Medien betrachtet werden. Wie prägten diese Akteure und Institutionen das visuelle Wissen von Deutschen, Tschechen, Deutschböhmen und diversen Erinnerungsgemeinschaften?

Die Präsentation bestehender einschlägiger Archive, Institutionen und Akteure (z.B. Dokumentarfilmemacher) deutsch-tschechischer visueller Medien stellt einen zusätzlichen Bestandteil der Tagung dar: Diese werden im Rahmen der Tagung die Möglichkeit erhalten, ihre Quellenbestände und Arbeitsweise vorzustellen, miteinander in einen Dialog zu treten sowie die Potenziale ihrer Institutionen für die Forschung aufzuzeigen.

Quelle: Muzeum Fotoateliér Seidel, Český Krumlov © mit freundlicher Genehmigung

Einreichmodalitäten
Den Begriff „Visuelle Medien“ verstehen wir im weitesten Sinne – wir rufen daher dazu auf und laden ein, Abstracts zu Beiträgen über Akteure und Institutionen aus den Bereichen Fotografie, Bildende Kunst, Karikatur, Bildpublikationen, Landkarten, Briefmarken, Film, Fernsehen und digitale Medien einzusenden.

Es sind ausdrücklich auch Nachwuchswissenschaftler/innen sowie Kolleg/innen aus (vor allem dem östlichen) Europa eingeladen, sich mit einem Vortrag zu beteiligen.

Die Tagungssprache ist Deutsch; Referate können in Einzelfällen auch in englischer Sprache gehalten werden. Für einen Vortrag inklusive Diskussion sind 45 Minuten vorgesehen. Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen, eine Publikation der Beiträge ist geplant.

Einreichfrist: 19. April 2017
Bekanntgabe der Annahme: 15. Mai 2017

Die elektronische Einreichung des Abstracts (ca. 300 Wörter) incl. eines akademischen Kurz-Lebenslaufes sowie Anfragen richten Sie bitte an:

 

Kontakt
Jun.-Prof. Dr. Sarah Scholl-Schneider
Kulturanthropologie/Volkskunde, FB 05: Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Jakob Welder Weg 18
D-55128 Mainz

Tel.: +49 6131 39-21035
E-Mail: scholl-schneider@uni-mainz.de

Der Ankündigungstext findet sich ebenfalls bei H-Soz-Kult.

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