Themendossier: Antisemitische Bilder – Herstellung, Gebrauch, Effekte

 

Der Themenschwerpunkt „Antisemitismus“ widmet sich den vielseitigen Bildern von Judenfeindschaft. Er untersucht an ausgesuchten Beispielen zentrale, aber auch sich wandelnde Motive des Feindbilds in verschiedenen Epochen und Medien. Darüber hinaus fragt er nach visuellen Relationen von Antisemitismus und Rassismus, nach Ähnlichkeiten und Unterschieden in der Bildsprache. Auch Wechselwirkungen mit weiteren Diffamierungstraditionen wie nationalen, sozialen oder genderbezogenen Bildstereotypen sind von Interesse.

Judenfeindliche Bilder werden seit Jahrhunderten hergestellt, genutzt und überliefert. Juden und Jüdinnen bildlich als „andersartig“ zu stigmatisieren und antisemitische Vorstellungen über Bildmedien zu verbreiten, ist wesentlicher Bestandteil judenfeindlicher Handlungspraxis. Der Schwerpunkt will deswegen nicht nur visuelle Kontinuitäten, Brüche und Modifikationen beleuchten, sondern auch die Bedingungen, Funktionen und Wandlungen der Bildnutzung und -herstellung in den Blick nehmen.

Eine umfassende Bildgeschichte des Antisemitismus liegt bislang nicht vor. Nicht nur die Materialfülle erschwert eine solche Darstellung, sondern auch die Komplexität des Gegenstandes.

Im Rahmen dieses Themenschwerpunkts werden sukzessive Texte veröffentlicht, die Judendarstellungen und zentrale Komponenten antisemitischer Bildsprache und -praxis analysieren und in ihren jeweiligen Kontexten interpretieren.

 

Isabel Enzenbach: Antisemitismus in der zeitgenössischen Karikatur. Das Beispiel der Netanjahu/Netta-Zeichnung in der „Süddeutschen Zeitung“, in: Visual History, 17.12.2018

 

Felix Axter: Externalisierung, Othering, Rassismus: Fallstricke im (visuellen) Kampf gegen Antisemitismus, in: Visual History, 10.06.2019

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