Punti di vista

Benno Wundshammer und die ersten „Gastarbeiter“ in der Volkswagenstadt (1962) Ausstellungseröffnung: Samstag, 31. August 2019, 18:00 Uhr

Beratung unter Kollegen, Wolfsburg 1962. Fotograf: Benno Wundshammer © bpk-Bildagentur

Die Städtische Galerie Wolfsburg zeigt zusammen mit dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation und den Kooperationspartnern bpk-Bildagentur sowie der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg eine Ausstellung mit Fotografien des Pressefotografen Benno Wundshammer (1913-1986).

Die Ausstellung beschäftigt sich mit einer Reportage über die ersten italienischen Arbeitskräfte in Wolfsburg, die Benno Wundshammer im Jahr 1962 in Wolfsburg erarbeitet hat. Ihr Titel lautet: „Brauchen wir denn wirklich diese Italiener?“ Die Reportage wird begleitet von einer Vielzahl aussagekräftiger Fotografien, die die eigenwillige Diktion des Textes illustrieren, der aus zahlreichen Zitaten Wolfsburger Bürgerinnen und Bürger collagiert ist. Das Zusammenspiel von Fotografie und Textreportage führt zurück in die Anfänge der Geschichte der Italiener und Italienerinnen in Wolfsburg, die aus dem heutigen Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind.

Gemeinsames Kochen und Essen, Wolfsburg 1962. Fotograf: Benno Wundshammer © bpk-Bildagentur

Benno Wundshammer, der seine Karriere als Sportfotograf begonnen hatte, zählte während der NS-Zeit zur Elite der deutschen Propagandafotografen und stieg gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zum stellvertretenden Chefredakteur der Propagandazeitschrift „Signal“ auf. Er machte in einer Zeit Karriere, als Fotoreportagen „zum Instrument der politischen und ideologischen Gleichschaltung wurden“, wie der Kunsthistoriker Zdenek Felix schreibt. Nach dem Krieg gelang Wundshammer wie vielen seiner einstigen Kollegen (Hanns Hubmann, Hilmar Pabel) ein fast nahtloser Übergang. Als Reporter und späterer Chefredakteur der „Revue“ wurde er in der „Wirtschaftswunderzeit“ zu einem der bekanntesten und angesehensten Pressefotografen. Dies spiegelt sich auch in seinen Arbeiten, porträtierte er doch internationale Prominente wie Romy Schneider und Elvis Presley ebenso wie Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Nachdem er 1957 zur Illustrierten „Quick“ gewechselt war – damals eine der auflagenstärksten Illustrierten –, führte ihn im Frühjahr des Jahres 1962 ein Auftrag in die Volkswagenstadt. Denn nur wenige Monate, nachdem die ersten italienischen Arbeitskräfte im Januar 1962 in Wolfsburg ankamen, fotografierte Wundshammer sie für seine Reportage. Fotoreportagen sind visuelle Interpretationen eines geschichtlichen Augenblicks – in diesem Falle eines Augenblicks, der für die Geschichte der Stadt Wolfsburg von besonderer Bedeutung war: die Ankunft der ersten Generation der italienischen „Gastarbeiter“.

Vor dem Europahochhaus, Wolfsburg 196. Fotograf: Benno Wundshammer © bpk-Bildagentur

Gemeinsam führen die Projektpartner unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Wolfsburgs sowie vor allem der italienischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit einer Performance, einer interaktiven Bildbetrachtung, Künstlergesprächen, Vorträgen und Lesungen sowie einer Podiumsdiskussion durch.

Als Begleitpublikation zur Ausstellung erscheint die Ausgabe #014 von „Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte“ mit Texten und Interviews von Dora Balistreri, Katja Cutrone, Sebastian Kindler, Alexander Kraus, Massimiliano Livi, Ivano Polastri und Violetta Rudolf.

 

Ausstellungseröffnung: Samstag, 31. August 2019, 18:00 Uhr

Zur Eröffnung sprechen:

Susanne Pfleger, Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg
Stefan Krieger, Geschäftsbereichsleiter Kultur der Stadt Wolfsburg
Alexander Kraus, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation

 

Städtische Galerie Wolfsburg
Schlossstraße 8, 38448 Wolfsburg

Der Eintritt ist über den kompletten Ausstellungszeitraum 31. August bis 3. November 2019 frei.

Rein ins Cabriolet, Wolfsburg 1962. Fotograf: Benno Wundshammer © bpk-Bildagentur

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