Fremde Bilder

Fotografische Identitätskonstruktionen von „(Spät-)Aussiedler*innen“ und „Gastarbeiter*innen“ in „Der Spiegel“ und „Stern“ 1950-1998

Zwei Pressefotografien zeigen Menschen unterschiedlicher Migrantengruppen: eine türkische „Gastarbeiterfamilie“ und sogenannte Aussiedlerkinder. Beide Bilder stehen in einem engeren inneren Zusammenhang, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Cover „DER SPIEGEL“ 31/1973 Gettos in Deutschland. Eine Million Türken, Foto: Monika Zucht © SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Im Juli 1973, vier Monate vor Verkündung des „Anwerbestopps“ von Arbeitskräften aus Südeuropa, titelt „Der Spiegel“: „Gettos in Deutschland. Eine Million Türken“. Auf dem Cover des Nachrichtenmagazins ist eine achtköpfige, vermutlich türkische Familie abgebildet: fünf Kinder, Mutter, Vater und ein weiterer männlicher Verwandter oder Freund der Familie. Alle acht Personen schauen aus einem Fenster. An der Fassade bröckelt der Putz, der Blick über die Köpfe hinweg in die Wohnung zeigt eine schmuddelige Zimmerdecke. Der Ausdruck in den Gesichtern der Familienmitglieder liegt zwischen freundlich, neugierig, skeptisch und unsicher. Aufgereiht, die Kleinen vorne, die Großen hinten, schauen alle Richtung Kamera – ein Schnappschuss aus einem vermeintlichen Getto? Eine gestellte Fotografie? Wer sind die Menschen, die darauf abgebildet sind? Was ist ihre Geschichte?

Die Fotografie gibt keine Antwort auf diese Fragen, aber sie zeigt mit dem Motiv der türkischen Großfamilie einen Umstand an, der in Deutschland in dieser Zeit Unbehagen hervorrief: Die „Gastarbeiter“, die nur für eine bestimmte Zeit am wirtschaftlichen Aufschwung mitarbeiten und anschließend wieder in ihre Heimatländer zurückkehren sollten, so der Plan von Regierung und Unternehmen, wurden sesshaft in Deutschland und holten ihre Familien nach.[1] Aus Arbeitsmigration wurde Familienmigration.[2] Ein solches Titelbild wird in Anlehnung an den Begriff „Schlagwort“ auch „Schlagbild“ genannt. Nach Gerhard Paul versuchen Schlagbilder, „gleichermaßen die zeitgenössische Mentalität der Leserschaft widerzuspiegeln wie den Versuch der Bildredakteure, das Interesse der potentiellen Leser […] auf eine bestimmte Thematik oder eine bestimmte Nachricht zu lenken bzw. mit knappen visuellen Mitteln eine bestimmte Meinung zu lancieren“.[3] Das Titelbild visualisiert in diesem Fall zwei Schlagworte: das baufällige Haus als Sinnbild für ein Getto und die türkische Familie in dem Fensterrahmen, der eigentlich zu klein für die Anzahl der Personen ist, als Sinnbild für eine Million oder für „einfach zu viele“.

Das zweite Bild zeigt ein modernes Sprachlabor im Durchgangswohnheim Unna-Massen im Jahr 1971: An Arbeitsplätzen, die mit Trennwänden voneinander abgeschirmt sind, sitzen „Aussiedlerkinder“[4] und erhalten über Kopfhörer Deutschunterricht. Der Lehrer hat vorne an einem großen Mischpult seinen Platz. Fotografien von Sprachunterrichtssituationen wie dieser tauchen immer wieder in den Artikeln zu „Aussiedlern“ auf.[5] Die Integration der „deutschen Volkszugehörigen“ aus den (ehemals) kommunistischen Staaten Ostmittel-, Südost- und Osteuropas in die deutsche Gesellschaft sollte gelingen.

„Aussiedler-Sprachlabor bei Unna: Radebrechend in ein fremdes Land.“
Dieses Foto mit obiger Beschreibung wurde im Artikel „Ich werde haben geschafft“ gezeigt, Der Spiegel, 42/1975, S. 36-41, hier S. 38 © Fotoagentur Visum

Das erste „Sonderprogramm zur Eingliederung der Aussiedler“ wurde im Anschluss an das deutsch-polnische Ausreiseabkommen 1976 von der Vertriebenenabteilung des deutschen Bundesinnenministeriums erarbeitet. Hierin wurden bestehende Fördermaßnahmen gebündelt sowie neue formuliert. Ein weiteres Sonderprogramm folgte 1988.[6] „Aussiedlerintegration war […] ein migrations- und integrationspolitisches Experimentierfeld für einen Staat, der eigentlich kein ‚Einwanderungsland‘ sein wollte“, fasst Jannis Panagiotidis das Ziel dieser Maßnahmen treffend zusammen.[7] „Aussiedler“ und „Spätaussiedler“ sind ein besonderer Fall: Sie sind Deutsche wie Einwanderer gleichermaßen.[8] Zwar galten sie rechtlich als Deutsche und erhielten Eingliederungshilfen sowie einen Einschluss in alle Leistungsbereiche des Sozialstaats, sie seien aber „kulturell, mental und sozial in eine echte Einwanderungssituation“ gekommen, beschreiben es Klaus J. Bade und Jochen Oltmer:[9] Die vermittelnde Kraft ethno-nationaler Bindewirkungen sei auf beiden Seiten überschätzt worden.[10] Durch die „Verbindung von Fremdheit und als ungerechtfertigt empfundener Privilegierung der ‚Aussiedler‘“ habe sich ihnen gegenüber ein Klima der Ablehnung und Feindseligkeit entwickelt.[11] Gegenüber den „Gastarbeitern“ hingegen sei das Fremdheitsgefühl „durch ihre offenkundige Unterprivilegierung zumindest teilweise kompensiert“ worden.[12]

Während bei den „Aussiedlern“ und „Spätaussiedlern“ von vornherein klar war, dass sie langfristige und gute Integrationschancen erhalten sollten, gab es auf gesamtstaatlicher Ebene keinen integrationspolitischen Plan für die „Gastarbeiter“, deren Bleiben die Politik nicht geplant hatte und lange nicht wahrhaben wollte. Im Gegenteil: Die sogenannten Gastarbeiter, die in Deutschland Wurzeln geschlagen hatten, avancierten durch Politik und Medien zum „Gastarbeiterproblem“.[13] Erst im September 1979, sechs Jahre nach dem Anwerbestopp, legte der „Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen“, Heinz Kühn, sein Memorandum über „Stand und Weiterentwicklung der Integration der ausländischen Arbeitnehmer und ihrer Familien“ vor und forderte darin unter anderem die Anerkennung der faktischen Einwanderung – allerdings bei gleichzeitigem Ausschluss neuer Zuwanderung – sowie umfassende Integrationsmaßnahmen.[14] Das „Schreckgespenst“ der „Gastarbeiter“, so Jannis Panagiotidis, habe den Ansporn für die Politik dargestellt, die Integrationsmaßnahmen für Aussiedler zu erweitern und unter staatlicher Schirmherrschaft zu systematisieren.[15]

Massenmedial verbreitet, tragen Bilder in hohem Maße zur Meinungsbildung der Menschen bei: Sie vermitteln und visualisieren gesellschaftliche Normen.[16] Als wesentliches Element der gesellschaftlichen Kommunikation sind Bilder wichtige historische Quellen.[17] In diesem Sinne untersucht das Promotionsprojekt in einer diachronen Studie die bildliche Darstellung von „(Spät-)Aussiedlern“ und „Gastarbeitern“ in dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und der Illustrierten „Stern“ zwischen 1950 und den 1990er Jahren. Die Grundüberlegung dabei ist, dass die bildliche Darstellung unterschiedlicher ethnischer Minderheiten auch mit unterschiedlicher Bildsprache geschieht. Auf die beiden zu untersuchenden Migrantengruppen bezogen, stellen sich zum einen die Fragen: Was für ein visuelles Bild wurde von „Gastarbeitern“ und „Aussiedlern“ gezeichnet? Gab es Unterschiede, Ähnlichkeiten oder Überschneidungen in
der Bildsprache?

Zum anderen soll untersucht werden, ob sich Spezifika in der Bildsprache einzelner Nationalitäten oder Herkunftsländer identifizieren lassen. Werden türkische Arbeitsmigranten zum Beispiel mit anderen wiederkehrenden Motiven gezeigt als „Gastarbeiter“ aus Italien? Werden „Aussiedler“ aus Polen anders dargestellt als Sowjetdeutsche? Interessant ist die Frage, ob oder inwiefern sich der andere rechtliche Status und die politischen Integrationsbemühungen auch in der Bildsprache niederschlugen. Ein Vergleich dieser beiden Migrationsgruppen ist gerade auch vor dem Hintergrund der politischen und medialen Debatten interessant, in denen „Gastarbeiter“ und „Aussiedler“ miteinander in Beziehung gesetzt wurden. So betonte etwa die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass es die „Aussiedlerkinder“ aus Polen „nicht viel leichter [hätten] als ‚Gastarbeiterkinder‘“.[18]

Darüber hinaus soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Migrant_innen häufig in den Medien mit übergreifenden Begriffen wie „Aussiedler“, „Gastarbeiter“, „Ausländer“ oder „Fremde“ bezeichnet werden. Bereits das einleitende Beispiel des „Spiegel“-Titelbilds macht auf die enge Verknüpfung von Sprache und Bild aufmerksam. Es soll analysiert werden, ob es eine den Begriffen eigene Darstellungsästhetik gibt und mit was für Fotografien solche Begriffe bebildert werden: Welche Nationalitäten und Migrantengruppen werden beispielsweise im Zusammenhang mit dem Begriff Ausländer gezeigt? Welche nicht? Was für Motive dominieren? Werden auch „Aussiedler“ als „Ausländer“ bezeichnet bzw. in diesem Kontext dargestellt? Bei einer diachronen Untersuchung wie dieser spielt auch der Gedanke, einen Wandel von Bildsprache und Motiven in Zusammenhang mit verschiedenen ethnischen Minderheiten oder Begriffen auszumachen, eine Rolle. Wie hat sich beispielsweise die Darstellungsweise der italienischen „Gastarbeiter“ entwickelt, die, zunächst als „Itaker“ oder „Spaghettifresser“ verunglimpft, heute als „vollständig akzeptierte Mitglieder der deutschen Gesellschaft“ gelten?[19]

In der Arbeit werden mehrere ereignisbezogene Fallbeispiele im zeithistorischen Kontext bundesrepublikanischer Migrations- und Integrationsgeschichte untersucht und miteinander in Beziehung gesetzt. Motive, Bildkomposition, Bildsprache und Bild-Text-Zusammenhang stehen im Fokus der Analyse. Wie werden etwa Wohnsituationen, das Familienleben oder die Arbeit dargestellt? Was sind immer wiederkehrende Motive? Gibt es Muster? Worin unterscheiden sich die Darstellungen? In welchen Bild-Text-Zusammenhängen tauchen sie auf? Und schließlich: Wie sind sie in die zeithistorischen Debatten und den gesellschaftspolitischen Diskurs einzuordnen? Diese Frage bezieht sich auf das Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik. Ein Stichwort ist hier die Behauptung „Deutschland ist kein Einwanderungsland“, die im Koalitionsvertrag von CDU und FDP 1982 festgeschrieben wurde.[20] Inwieweit haben Fotografinnen und Fotografen mit ihren Bildern von den nach Deutschland migrierten Menschen Pionierarbeit bei einem Umdenken geleistet?

Die Quellengrundlage für die Analyse bilden überwiegend Fotografien und Bildreportagen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ und der illustrierten Zeitschrift „Stern“. Vereinzelt werden Artikel aus anderen Zeitungen hinzugezogen. Bei den Auswahlkriterien der Quellen stand die diachrone Untersuchung solcher Zeitschriften im Fokus, die hohe Auflagenzahlen haben und viele Bilder verwenden. „Der Spiegel“ und „Stern“ erfüllen diese Kriterien. Beide Zeitschriften gehören seit ihrer Gründung zu den Marktführern durch die Jahrzehnte hindurch und haben sich durch Bildreportagen von hoher Qualität ausgezeichnet. Die Erstausgabe der Illustrierten „Stern“ erschien im August 1948. Mit der Suggestivkraft von Bildern und einem breiten Themenspektrum wandte sich die Zeitschrift an ein Massenpublikum.[21] Der Gründer Henri Nannen holte einige der wichtigsten Bildjournalisten der Bundesrepublik zum „Stern“; noch 1973 gab es 18 festangestellte Fotoreporter in der „Stern“-Redaktion.[22] Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ erschien erstmalig im Januar 1947. Es gehört zu den meinungsbildenden Leitmedien der Bundesrepublik. Zwar haben Fotografien im „Spiegel“ nicht den Stellenwert, den sie in der Illustrierten „Stern“ haben, doch hat „Der Spiegel“ unter anderem mit seinen Titelbildern wie kein anderes Magazin zur Kanonisierung einzelner Bilder beigetragen und das kollektive Bildgedächtnis der Deutschen von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart mitgeprägt.[23]

Das Bildverständnis dieses Promotionsvorhabens orientiert sich an der Auffassung des Kunsthistorikers Horst Bredekamp, der Bildern in seiner Theorie des Bildaktes eine Eigenkraft zuschreibt, die unser Empfinden, Denken und Handeln anrührt.[24] Im Vergleich zu anderen Quellen besitzen Bilder einen „eigenwilligen Status“, da sie dem Betrachter in höherem Maße als andere Zeugnisse den Eindruck vermitteln, „an dem dargestellten Geschehen nachträglich teilnehmen zu können“.[25] Über ihre „zeichenhafte Abbildhaftigkeit“ hinaus werden Bilder „als Medien [begriffen], die Sehweisen konditionieren, Wahrnehmungsmuster prägen, historische Deutungsweisen transportieren und die ästhetische Beziehung historischer Subjekte zu ihrer sozialen und politischen Wirklichkeit organisieren“.[26]

Die Arbeit strebt eine Analyse eines großen Bildbestands an und wird sich hierfür an dem seriell-ikonografischen Fotoanalyseverfahren orientieren, das bei großen Fotobeständen nach Gemeinsamkeiten etwa in Motivwahl, Blickwinkel, Arrangement, Fotografieranlass und Verwendungszwecken fragt. Das Analyseverfahren ermöglicht quantitative Erhebungen zu einem Fotobestand bei gleichzeitiger qualitativer Untersuchung repräsentativer Einzelbilder.[27]

Gleichzeitig wird das Zusammenspiel von Bild- und Textebenen in die Untersuchung mit einbezogen: Inwiefern und auf welche Weise beeinflussen Bildunterschriften, Titel oder die Artikel selbst die Lesarten von Bildern? Dieser Analyseansatz resultiert aus dem quellenimmanenten Merkmal der Verknüpfung von visuellen mit schriftlichen Beiträgen, das illustrierte Zeitschriften auszeichnet.

Die Bild- und Textquellen werden in diesem Forschungsprojekt durch Interviews ergänzt, die mit den Fotografen und Bildredakteuren zu ihrer Arbeitsweise und Kontextualisierung der Bilder und Fotoreportagen geführt werden. Über diesen neu zu generierenden Quellenbestand der Interviews können Hintergründe und Entstehungsweisen visueller Narrative erforscht werden, darunter auch ihre Verankerung in zeitgeschichtlichen Debatten. Da beispielsweise eine Fotoreportage ein Gemeinschaftsprodukt von Fotograf_innen, Bildredakteur_innen und Journalist_innen ist, wird in dem Forschungsvorhaben auch die arbeitsteilige Entstehungsweise von Artikeln und Reportagen berücksichtigt und der Entstehungs- und Publikationszusammenhang der Beiträge untersucht.

Aufgrund mangelnder Quellen schwer zu ermitteln, ist der Aspekt der zeitgenössischen Rezeption der Bilder. Insofern bezieht die Arbeit zeitgenössische Reaktionen lediglich vereinzelt in die Untersuchung mit ein, beispielsweise in Form von Leserbriefen.

Das Promotionsprojekt verbindet mit der Untersuchung bildlicher Darstellungen von Migrant_innen in den Mehrheitsmedien mediengeschichtliche und migrationshistorische Forschungsansätze. Da Medien „nicht einfach ein virtueller Spiegel von etwas ‚Realem’, sondern selbst Teil sozialer Wirklichkeiten sind“,[28] wie Frank Bösch formuliert, beschäftigt sich diese Arbeit mit jenem Teil der sozialen Wirklichkeit von „(Spät-)Aussiedlern“ und „Gastarbeitern“ in der Bundesrepublik, der mit Bildsprache gezeichnet wurde.

 

 

[1] Als die Wirtschaft zu florieren begann und sich ein Arbeitskräftemangel in der Bundesrepublik abzeichnete, wurde 1955 das erste Anwerbeabkommen für ausländische Arbeitskräfte mit Italien abgeschlossen. 1960 folgten Verträge mit Spanien und Griechenland, 1961 mit der Türkei, 1963 mit Marokko, 1964 mit Portugal, 1965 mit Tunesien und schließlich 1968 mit Jugoslawien. Siehe genauer bei: Jochen Oltmer, Einführung. Migrationsverhältnisse und Migrationsregime nach dem Zweiten Weltkrieg, in: ders. u.a. (Hrsg.), Das „Gastarbeiter“-System. Arbeitsmigration und ihre Folgen in der Bundesrepublik Deutschland und Westeuropa, München 2012, S. 9-21, hier S. 10f.

[2] Vom Ende der 1950er Jahre bis 1973 waren rund 14 Millionen ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland gekommen. Ca. 11 Millionen kehrten wieder zurück, die anderen blieben und holten ihre Familien nach. Siehe genauer bei: ebd., S. 11.

[3] Zit. nach: Gerhard Paul, Das Jahrhundert der Bilder. Die visuelle Geschichte und der Bildkanon des kulturellen Gedächtnisses, in: ders. (Hrsg.), Das Jahrhundert der Bilder, Bildatlas 1949 bis heute, Bd. 2, Göttingen 2008, S. 14-39, hier S. 30.

[4] „Als ‚Aussiedler‘ beziehungsweise ‚Spätaussiedler‘ werden Personen bezeichnet, die seit dem Jahr 1950 als ‚deutsche Volkszugehörige‘ […] aus den (ehemals) kommunistischen Staaten Ostmittel-, Südost- und Osteuropas in die Bundesrepublik Deutschland emigriert sind. Als Rechtsbegriff wurde ‚Aussiedler‘ durch § 1 Abs. 2 Nr. 3 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) von 1953 als Unterkategorie des in § 1 definierten ‚Vertriebenen‘ eingeführt. Personen, die nach der Reform des BVFG Ende 1992 in die Bundesrepublik übergesiedelt sind, werden qua Gesetz als ‚Spätaussiedler‘ bezeichnet. Im öffentlichen Diskurs wurde dieser Begriff bereits seit den 1950er Jahren synonym mit ‚Aussiedler‘ verwendet.“ Zit. nach: Jannis Panagiotidis, Aussiedler/Spätaussiedler, in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2015, https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/ (Zugriff: 01.09.2018).

[5] Aussiedler: „Ich werde haben geschafft“, in: Der Spiegel, 42/1975, S. 36-41.

[6] Jannis Panagiotidis, Experimentierfeld der Migrationspolitik: Die Herausforderung der Aussiedlerintegration im Wandel der Zeit, in: Deutschland Archiv, 16.01.2017, http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/240110/die-herausforderung-der-aussiedlerintegration-im-wandel-der-zeit (Zugriff: 29.09.2018).

[7] Zit. nach: ebd.

[8] Klaus J. Bade/Jochen Oltmer, Vorwort, in: dies. (Hrsg.), Aussiedler: deutsche Einwanderer aus Osteuropa, Göttingen 2003, S.7-8, hier S. 7.

[9] Zit. nach: ebd., S. 7.

[10] Ebd.

[11] Zit. nach: Ulrich Herbert, Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge, Bonn 2003, S. 277.

[12] Zit. nach: ebd.

[13] „Der nicht integrierte, auf sehr niedrigem Lebensstandard vegetierende Gastarbeiter verursacht relativ geringe Kosten von vielleicht 30 000 DM. Bei Vollintegration muß jedoch eine Inanspruchnahme der Infrastruktur von 150 000 bis 200 000 DM je Arbeitnehmer angesetzt werden. Hier beginnen die politischen Aspekte des Gastarbeiterproblems.“ Zit. nach: „Mehr Auslandsinvestitionen – weniger Gastarbeiter“, Handelsblatt, 23.1.1971. Auch in der Forschungsliteratur wird die Formulierung des „Gastarbeiterproblems“ aufgegriffen. Siehe die Kapitelüberschrift „Vom ‚Gastarbeiterproblem‘ zur ‚Einwandererfrage‘“ bei: Herbert, Geschichte der Ausländerpolitik, S. 232.

[14] Ebd., S. 245f.

[15] Panagiotidis, Experimentierfeld Migrationspolitik.

[16] Jens Jäger, Fotografie und Geschichte, Frankfurt a.M. 2009, S. 14.

[17] Ebd., S. 15.

[18] Zit. nach: Key L. Ulrich, Die Deutschen aus Polen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.4./1.5.1971.

[19] Zit. nach: Oliver Janz/Roberto Sala, Einleitung, in: dies. (Hrsg.), Dolce Vita? Das Bild der italienischen Migranten in Deutschland, Frankfurt a.M. 2011, S. 7-17, hier S. 7. Bettina Severin-Barboutie beschäftigt sich in ihrem Aufsatz mit der Fremdwahrnehmung von Italienern in der Bundesrepublik und stereotypen Zuschreibungen, Bettina Severin-Barboutie, Die Fremdwahrnehmung von Italienern und Türken in der Bundesrepublik, in: Janz/Sala (Hrsg.), Dolce Vita?, S. 116-135, hier S. 125.

[20] Ergebnis der Koalitionsgespräche, 1. Oktober 1982, in: CDU-Extra 29, S. 7, online unter www.kas.de/wf/doc/kas_26363-544-1-30.pdf?110902100831.

[21] Arnulf Siebeneicker, „Ich fixiere, was ist“. Robert Lebecks Fotoreportagen für den stern, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 1 (2004), H. 1, http://www.zeithistorische-forschungen.de/1-2004/id=4709.

[22] Ebd.

[23] Paul, Jahrhundert der Bilder, S. 30.

[24] Horst Bredekamp, Theorie des Bildakts. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2007, Frankfurt a.M., S. 51f.

[25] Zit. nach: Horst Bredekamp, Bildakte als Zeugnis und Urteil, in: Monika Flacke (Hrsg.), Mythen der Nationen. 1945 – Arena der Erinnerungen, Bd. 1, Berlin 2004, S. 29-66, hier S. 29f.

[26] Zit. nach: Gerhard Paul, Die aktuelle Historische Bildforschung in Deutschland. Themen – Methoden – Probleme – Perspektiven, in: Jens Jäger/Martin Knauer (Hrsg.), Bilder als historische Quellen? Dimension der Debatten um historische Bildforschung, München 2009, S. 125-147, hier S. 137.

[27] Ulrike Pilarczyk/Ulrike Mietzner, Das reflektierte Bild. Die seriell-ikonografische Fotoanalyse in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Bad Heilbrunn 2005, S. 131.

[28] Zit. nach: Frank Bösch, Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen, Frankfurt a.M. 2011, S. 7.

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