Bildethik – Zum Umgang mit Bildern im Internet

Workshop 18. März 2019 ZZF Potsdam

Die Tuol Sleng-Gedenkstätte in Phnom Penh (Kambodscha) befindet sich im ehemaligen Gefängnis S-21 der Roten Khmer und dient der Erinnerung an die dort begangenen Verbrechen während des Genozids in Kambodscha zwischen 1975 und 1979. Foto: Annette Vowinckel, 15.9.2017, CC-BY-SA 3.0 DE

Der bewusste Umgang mit dem gesprochenen und geschriebenen Wort zur Schaffung einer inklusiven, nicht-diskriminierenden Sprache, die in Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit Anwendung findet, ist bereits seit einigen Jahren in der Debatte. Doch auch visuelle Medien können diskriminierende Inhalte transportieren und massiv verbreiten, Minderheiten ausschließen, Persönlichkeitsrechte verletzen oder manipulative Funktionen erfüllen.

Im Gegensatz zu sprachlichen Äußerungen scheint die Auseinandersetzung mit visuellen Äußerungen weniger breit in der Fachöffentlichkeit geführt zu werden. Dabei werden mit der Zunahme von Online-Angeboten wie digitalen Ausstellungen, Projektpräsentationen und digitalisierten Bildarchiven immer mehr Bilder sichtbar und im Netz frei zugänglich. Die Diskussion über den angemessenen Umgang mit Bildern diskriminierender oder ausschließender Inhalte gewinnt daher an Bedeutung: Welche Gefahren birgt die unkommentierte Publikation von Bildern, welche technischen Möglichkeiten gibt es für den Umgang mit „problematischen“ Bildern? Was verstehen wir überhaupt unter einem ethischen Umgang mit historischem diskriminierendem Material?

In dem eintägigen Workshop „Bildethik – Zum Umgang mit Bildern im Internet“ soll diesen Fragen in thematisch variierenden Statements anhand konkreter Beispiele aus der Arbeit in Dokumentations- und Forschungsprojekten, Zeitschriftenredaktionen, Online-Archiven, Museen und Ausstellungen mit viel Zeit für Diskussionen nachgegangen werden.

 

Programm WS Bildethik

10.00 – 11.15
Einführung Sarah Dellmann (Amsterdam University College): Erfahrungsbericht aus der Zeitschriftenredaktion „Early Popular Visual Culture“

Jürgen Keiper (Deutsche Kinemathek/RomArchive Berlin): Strategien im Umgang mit diskriminierenden Materialien im Web

Moderation: Michael Wildt, Humboldt-Universität zu Berlin

Kaffeepause: 11.15 – 11.45

11.45 – 13.00
Sylvia Necker (University of Nottingham): Nazis im Bild. Die Online-Ausstellungen deutscher NS-Dokumentationszentren

Sandra Starke (ZZF Potsdam): Für immer Opfer? Fotos aus dem KZ Buchenwald

Moderation: Eszter Kiss (ZZF Potsdam)

Mittag 13.00 – 14.00

14.00 – 15.15
Lucia Halder (Rautenstrauch-Joest Museum Köln): Vom Umgang mit Fotografien aus der Kolonialzeit

Annette Vowinckel (ZZF Potsdam): Visuelle Gewalt. Fotografien von Folteropfern in der Gedenkstätte Tuol Slang in Phnom Penh (Kambodscha)

Moderation: Annette Schuhmann (ZZF Potsdam)

Kaffeepause 15.15 – 15.45

15.45 – 17.00
Anne Vitten & Miriam Zlobinski (beide Humboldt-Universität zu Berlin): Instagram als Quelle visueller  Recherche

Christine Bartlitz (ZZF Potsdam): Redaktionell-technische Möglichkeiten

Moderation: Violetta Rudolf (ZZF Potsdam)

Ab 17.00 Uhr
Abschlussdiskussion

 

Workshop-Organisation
Christine Bartlitz :: Sarah Dellmann :: Annette Vowinckel
in Kooperation mit „Visual History – Online-Nachschlagewerk für die historische Bildforschung

 

Tagungsort
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 9d, 14467 Potsdam
Der Workshop findet im Nebengebäude am
Neuen Markt 9d im großen Seminarraum
statt.

 

Kontakt
Christine Bartlitz
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1, 14467 Potsdam
Tel. +49 331 28 991 14
E-Mail bartlitz@zzf-potsdam.de

Um Anmeldung bis zum 12. März 2019 wird gebeten unter: bartlitz@zzf-potsdam.de

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