Workshop: Informativ oder Illustrativ – Bilder im Nachrichtenjournalismus

Felix Koltermann, Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung 4.-6. Oktober 2019

Kameramann bei einer Filmaufnahme, Berlin August 1951. III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten für den Frieden. Foto: Roger und Renate Rössing, Quelle: Deutsche Fotothek / Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Fotografische Bilder stellen im tagesaktuellen Nachrichtenjournalismus nicht nur ein zentrales Informationsmedium dar, sie strukturieren darüber hinaus unseren Medienkonsum, in dem sie unsere Blicke auf bestimmte Artikel und Themen lenken. Fotografien in zeitgenössischen Print- oder Onlinemedien fungieren dabei als komplexe Medienbilder und interagieren mit vielschichtigen Bild-, Text- und Videoelementen. Dies macht es immer komplexer, die Bedeutung einzelner Bilder unabhängig vom Kontext zu entschlüsseln, und Fragen nach der Glaubwürdigkeit visueller Medieninhalte werden virulent.

Viele Medienkonsument*innen verlieren angesichts dieser Situation das Vertrauen in die Medien und die journalistischen Produkte. Damit erodiert auch die Glaubwürdigkeit von fotojournalistischen Bildern als Dokumenten, was angesichts des Phänomens von Debatten um „Fake News“ und „Lügenpresse“ eine eminent politische Dimension bekommt. Wem wollen wir was glauben? Was ist die politische Funktion fotojournalistischer Bilder? Kann nach der postmodernen Fotokritik Bildern überhaupt noch Glaubwürdigkeit zugesprochen werden? Dies und viele andere sind Fragen, die sich stellen.

Das Seminar „Informativ oder illustrativ? Über die Funktion von Bildern im Nachrichtenjournalismus“ hat zum Ziel, den Raum für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie im zeitgenössischen Journalismus zu schaffen, um die oben angerissenen Aspekte zu thematisieren. Als oberstes Lernziel steht die Vermittlung visueller Medienkompetenz, um Medienkonsument*innen zu befähigen, den politischen Gehalt visueller Kommunikation entschlüsseln zu können. Das Seminar richtet sich dabei sowohl an Menschen, die an politischer Berichterstattung interessiert sind, als auch an Praktiker*innen aus dem Bereich der Fotografie wie an das allgemeine Publikum.

Die Teilnehmer*innen bekommen im Seminar einen Überblick über den zeitgenössischen Fotojournalismus, seine theoretische Verortung, seine Erzählweisen sowie seine publizistische Verwertung. Darüber hinaus findet eine Abgrenzung von anderen Bildformen wie der Stock Photography statt, und es werden Tools mit an die Hand gegeben, eigenständig Produktionskontexte von Bildern zu recherchieren. Das Seminar ist partizipativ angelegt und folgt einem Methodenmix, der die Einbeziehung der Teilnehmer*innen zum Ziel hat. Das im Seminar verwendete Material stammt aus der politischen Berichterstattung von überregionalen deutschen Tageszeitungen, Onlinemedien und Magazinen der vergangenen Jahre.

 

Der Workshop wird realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Anmeldung bitte unter: Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

 

Freitag 04.10.19 16:00 – 19:30 Uhr

Samstag 05.10.19 10:00 – 17:00 Uhr

Sonntag 06.10.19 10:00 – 13:30 Uhr

 

Veranstaltungsort

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Großer Veranstaltungsraum EG
Sebastianstr. 21, 10179 Berlin
Nähe U8 Moritzplatz| M29

 

Über die Seminarleitung

Felix Koltermann arbeitet als Referent in der Erwachsenenbildung und freier Kulturjournalist. Von 2016 bis 2019 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hildesheim. Er hat an der Universität Erfurt über die fotojournalistische Produktion in Israel/Palästina promoviert und einen Abschluss als Diplom-Fotodesigner sowie Friedens- und Konfliktforscher (M.P.S.). Seine fachlichen Schwerpunkte sind medienwissenschaftliche Bildanalyse, Fotojournalismus und konfliktsensitiver Journalismus.

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